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Wanderbericht: Ásbyrgi – Reykjahlíð (via Vesturdalur – Dettifoss – Hliðarhagi – Krafla)

Kurzbeschreibung

Die Highlights sind zweifellos die Schlucht entlang Ásbyrgi sowie die atemberaubenden Wasserfälle bis Dettifoss und Selfoss entlang des Flusses Jökulsá á Fjöllum (Tag 1 und 2), knapp gefolgt vom vulkanischen Geopark Krafla und dem märchenhaften See Mývatn (Tag 5). Meine persönliche Fotogallerie zur beschriebenen Strecke kann hier eingesehen werden.

Update, 13.7.2018: Es gibt mittlerweile (2018) keine Busverbindungen mehr nach Asbyrgi oder zum Dettifoss… Man kommt aber per Autostopp auch ganz gut zum Ziel. Ich bin die Strecke gerade erst gelaufen und bin so problemlos nach Asbyrgi gekommen.

Vielen Dank Delia für den Hinweis!

 

Die Route

Tag 1: Anreise von Reykjavík
Tag 2: Ásbyrgi – Vesturdalur
Tag 3: Vesturdalur – Dettifoss
Tag 4: Dettifoss – Hliðarhagi
Tag 5: Hliðarhagi – Krafla
Tag 6: Krafla – Reykjahlíð (Mývatn)
Tag 7: Weiter- / Abreise nach Reykjavík

Notwendige Ausrüstung

Um sich optimal auf Island vorzubereiten, habe ich den Beitrag Island – Die Vorbereitung verfasst. Ganz wichtig ist auf der beschriebenen Strecke folgendes zu beachten:

  • Min. drei Liter Wasser pro Nase und Tag (Wassermangel), z. B. zwei 1,5l Einweg-Wasserflaschen (vor Ort kaufen).
  • GPS (wir müssen uns auf nicht markiertem Gelände bewegen und trotzdem das Ziel finden können).
  • Zelt (keine Hütten auf der gesamten Strecke).

What do you do when you get lost in an Icelanic forest? Stand up and get out.

Daran muss was dran sein, da man diesen Lacher an jeder zweiten Ecke um die Ohren gehauen bekommt. Man sieht also schon, so leicht wird es uns nicht gemacht, verloren zu gehen. Dennnoch; die Strecke führt durch Gebiete ohne Handy-Empfang.

Der Reiseverlauf

Tag 1 – Anreise von Reykjavík

Wer NICHT von Reykjavík anreist, kann diesen Tag überspringen. Die Reise startet an der Haltestelle Mjódd oder Ártún (je nachdem, welche man leicher erreicht). Die Strætó Linie 57 fährt von diesen Hubs täglich (Mo-So), Mjódd ab 9 und 17:30 Uhr, Ártún jeweils 5 Minuten später. Wie man sich im Bussystem Islands zurechtfindet, erkläre ich hier. Die Fahrzeit beträgt jeweils sechseinhalb Stunden und kostet regulär 7700 ISK (ab Mjódd) bzw. 6900 ISK (ab Ártún) pro Nase. Das Ticket wird beim Einsteigen gekauft und kann entweder bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden (Stand Juli 2014).

Der Fortschritt ist für diesen Tag dann auch erst mal zu Ende. Man erreicht Akureyri Hof, von welchem sich gegenüber das Ortszentrum befindet. Wenn auch weit weg vom isländischen Nabel, sollte eine Unterkunft bereits vorab gebucht werden. Viele lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen, von hier aus über Dalvík nach Grímsey zu reisen, um dort den Polarkreis zu beschreiten. Und wenn man schon mal oben ist, wieso nicht das gleich mitnehmen? Die Fähre setzt immer Montags, Mittwochs und Freitags über (drei Stunden Fahrtzeit), Tickets können im Informationszentrum Akureyri Hof (direkt bei der Bushaltestelle, nicht zu übersehen), telefonisch unter +354-450-1050 oder per E-Mail gezogen werden. Dies sollte allerdings bereits an einem der Vortage erledigt werden, da die Fähre nur 108 Nasen packt und die schneller voll ist als einem lieb ist.

Nach Dalvik gelangt man am Besten mit dem Bus. Strætó bedient diese Strecke mit der Linie 78 (nur von Mai bis September), ein eigenständiges Unternehmen namens Ferry bus offeriert eine ganzjährige Verbindung. Abfahrtszeiten und Ticketpreise werden von der Gemeinde Akureyri auf dieser Seite ausgewiesen.

Zwischen der Ankunftszeit des Busses und der Abfahrtszeit der Fähre liegen maximal 15 Minuten, die zum Umstieg genutzt werden. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um an Bord zu gelangen. Toll, wenn man da schon ein Ticket zwischen den Zähnen hält.

Tag 2 – Reise nach Ásbyrgi und Wanderung nach Vesturdalur

Für jene, die vom Polarkreis unbeeindruckt blieben, kommen wir zum Tag 2. Es warten 14 Kilometer darauf, von uns bewandert zu werden, doch da müssen wir erst mal zum Start nach Ásbyrgi gelangen. Um 8:00 Uhr fährt der Bus dorthin los. Und zwar NICHT bei Akureyri Hof, wo wir gestern angekommen sind, sondern am Busterminal an der Hafnastræti 82. Die Fahrt mit der Linie 641 kostet 6200 ISK, und kann entweder vor Ort am Tag der Reise oder bereits im Vorhinein im Internet vom PC auch bequem über eine Handykompatible Internetseite gekauft werden. Den Voucher erhält man per E-Mail.

Nach der Zwangsbesichtigung des Goðafoss und des beschaulichen Ortes Húsavík verabschieden wir uns vom weiterreisenden Busfahrer an der Haltestelle Ásbyrgi und sehen uns erst mal im Infocenter um. Hier wurde viel Mühe investiert, dem Besucher die Geschichte und Geologie näher zu bringen. Außerdem können wir hier unsere Wasservorräte auffüllen.

Es kann nun der erste Teil im Tal oder am Scheitel der beeindruckenden Gesteinsformation an der linken Seite beschriten werden. Ich empfehle, den Beschrifteten (und den das GPS verwirrenden weil in umgekehrten Richtung zeigenden) zu wählen. Dieser führt erst weg vom Infocenter entlang eines Golfplatzes und dann hoch auf die Bruchkante. Von da an befinden wir uns auch wieder auf Kurs. Wandert man an der unteren Seite der Bruchkante, muss man sich auf halbem Wege über einen mit einem Seil gesicherten Aufstieg auf die Oberseite erarbeiten. Beide Wege führen zum Ziel. Die Bruchkante verabschiedet sich irgendwann nach rechts und zieht in einem Halbkreis ihren Weg wieder zurück. Hier teilen sich die markierten Wege ohne Beschriftung. In dem Fall ist es günstig, wenn man die GPS Tracks bei sich hat. Man sollte sich an der Gabelung halbrechts halten, woraufhin man ein steiniges Feuchtgebiet betritt.

Die Strecke ist mittelmäßig anspruchsvoll und auch die Aussicht hält sich, zumindest noch, in Grenzen. Wir durchschreiten typische isländische Fauna, wandern durch die berühmten isländischen Wäldern, in denen man sich nur verirrt, solange man nicht aufsteht, und lernt satte Wiesen und viele darauf weidende Schafe kennen.

Unser Ziel ist der Campingplatz Vesturdalur. Das Campen hier kostet 1500 ISK, ein Ranger serviciert den Platz, hier kann auch gutes Kartenmaterial für 650 ISK (Útivist 3) erworben werden und man informiert sich auch gleich mal über die nicht markierte Streke zwischen Dettifoss und Krafla, sofern die auch begangen werden will.

Tag 3: Wanderung zum Dettifoss / Selfoss

Nicht verzweifeln, es gibt hier einen offiziellen Campingplatz. Die Ranger möchten diesen jedoch versteckt halten, weshalb dieser in keiner Karte verzeichnet ist. Meine Vermutung ist, dass der Campingplatz nicht verzeichnet ist, da kein Frischwasser vorhanden ist. Ein Ranger stellt daher täglich einen vollen Kanister (etwa 25 Liter) samt einen Trichter in eine hölzerne Aufbewahrungsform. Mit dem Wasser ist sparsam umzugehen, speziell, wenn andere Gäste campieren. Wasservorräte sollten aus dem Kanister nur morgens aufgefüllt werden, wenn der Ranger frisches nachliefert. Die Wasserbeschaffung aus dem nahegelegenen Gewässer ist nicht empfohlen, da dieses durchsetzt ist von kleinen fröhlichen Wassertierchen. Wird’s wirklich kritisch, begiebt man sich auf den großen Parkplatz und bittet Touristen um Wasser. Hab ich selbst gemacht, da kommen dann schnell ein paar Flaschen zusammen.

Die Wanderung selbst ist atemberaubend und jeden Schritt wert. Bevor es los geht, sollten beim Ranger noch Informationen über Wetter und Weg eingeholt werden. Der Weg teilt sich mehrmals auf, unter Anderem gleich zu Beginn bei Vesturdalur, einmal bei Forvöð und beim Hafragilsfoss. Die Gabelung sind in meiner Track-Aufzeichnung (siehe oben bei GPSies) markiert.

Bei der Gabelung Hafragilsfoss sollte man sich genau überlegen, welchen Weg man wählt. Jener entlang des Flusses (links) hat es nämlich ziemlich in sich. Enormes Gefälle, grobe Steinfelder, unwegsame und schmale Pfade, gefolgt von einem Aufstieg, der nur mit dem vor Ort montierten dreifach gesicherten Tau über einen Steinbruch zu bewältigen ist. Das geht so eine geraume Weile und zieht richtig an den Reserven. Kondition, ein sehr guter Gleichgewichtssinn, perfektes Schuhwerk und die Kontrole über das Packerl am Rücken sind Voraussetzung. Bei gefährlichen Passagen sollten alle Schnallen um Bauch und Brust herum geöffnet sein. Dadurch fällt zwar das gesamte Gewicht auf die Schultern, allerdings kann man sich bei einem Sturz schneller befreien. Dreht man sich erst einmal um die eigene Achse, ist es zu spät, da zählt jeder Sekundenbruchteil.

Wer sich gegen diese Route entscheidet und sich an der Gabelung rechts hält, wird spätestens beim Dettifoss dafür entschädigt. Augenfutter vom Feinsten; das ist, weshalb wir hier sind.

Wer sich die oben genannte Karte besorgt hat, hat einen guten Überblick über die Varianten, die diesen Weg säumen. Gerne schicke ich jedem, der mich persönlich anschreibt, eine Kopie. Öffentlich zur Verfügung stellen darf ich die Karte aus rechtlichen Gründen jedoch nicht.

Tag 4 – Erweiterung: Wanderung nach Hliðarhagi (oder gleich weiter nach Krafla)

Ab jetzt wird’s etwas… sagen wir mal, ungewohnt. Markierungen finden wir vor Krafla (bis dahin sind’s 28km) keine mehr. Allzu schön ist diese Strecke obendrein nicht.

Da Reykjavík Excursions diesen Punkt bedient, haben wir nun zwei Möglichkeiten: Weitergehen oder den Hike beenden. Eine kleine Entscheidungshilfe:

  • Beenden wir den Hike hier, sparen wir uns das Rumtrampeln in der empfindlichen Fauna Islands. Es besteht das Risiko, verloren zu gehen, wenn man nicht mit GPS oder anderen Orientierungshilfen umgehen kann. Der Handyempfang ist streckenweise nicht vorhanden, Notruf absetzen ist also nicht. Marschiert man über Hliðarhagi durch bis Krafla, hat man am Ende 28km am Tacho; das kann schon mal an die Knochen gehen. Blasenpflaster dabei?
  • Gehen wir jedoch weiter und beißen für die kommenden ein oder zwei Tage die Zähne zusammen, werden wir folgendermaßen belohnt: Die Nothütte Hliðarhagi ist zwar nicht die gepflegteste, doch hat sie schon irgendwie einen eigenen, wohligen Charme. In Krafla wird man mit fließendem Warmwasser und, wenn die Kondition noch für weitere 2km reicht, sogar mit einer heißen Dusche belohnt. Dem folgt der atemberaubende Weg durch die geschützte Lavazone des Geoparks Krafla, ein weitere Augenschmaus. Das Ziel, Reykjahlíð, schließlich belohnt uns mit einem Campingplatz deluxe. Dusche, Kochzelt, sogar ein Fön. Und Campen mit Blick auf den wunderschönen Mývatn. Ausserdem sparen wir uns das Geld für die Busfahrt mit Reykjavík Excursions und können von Reykjahlíð günstig mit Strætó weiterreisen (siehe ein paar Zeilen weiter unten).

Sei diese Frage also erst mal geklärt. Hier nun also die Strecke. Übrigens: Wer sich die GPS-Daten runterlädt, dem möchte ich eines ganz besonders an’s Herz legen: Bitte nicht blindlings dem Track hinterherlaufen sondern selber die Augen aufmachen. Zum Einen bin ich bestimmt nicht den optimalen Weg gelaufen und zum Anderen kann ich natürlich keine Verantwortungen für das Streckenprofil übernehmen.

Wir stellen uns der zweiten Frage: Teilen wir den Marsch in zwei Tage mit jeweils 14km oder nehmen wir die gesamte Strecke an einem Tag? Wer’s nicht eilig hat, dem empfehle ich einen Stop an der nicht betreuten Hütte Hliðarhagi.

Ab hier sollte ein vertrauter Umgang mit dem GPS kein Problem mehr sein, denn wir laufen nach Pfeil. Am besten sucht man sich einen Punkt am Horizont und verfolgt diesen, mit gelegentlichem Kontrollblick auf’s GPS. Es müssen unwegsame Wiesen, Hügel und Zäune übertreten werden, Spuren von anderen Wanderern sieht man nur sehr selten. Man sollte Acht geben, nicht zu zerstörerisch an’s Werk zu gehen, wobei das leichter gesagt als getan ist. Irgendwann ist man einfach nur noch froh, ein ohne Beinbruch das Ziel in Sichtweite erreicht zu haben. Irgendwann dann ein paar Kilometer vor unserem Ziel, sehen wir die ersten Ausläufer eines schönen kleinen Sees mit zwei Gebäuden links daneben. Zuerst dachte ich, dies ist die Scheune des Grundbesitzers, es handelt sich aber hierbei um unsere Hütte. Wer hier eine Nacht Halt macht, kann sich ein paar entspannende Stunden am See gönnen und die rauchenden Beine ein wenig in’s Wasser halten.

Hier kann auch vor der Hütte kostenfrei das Zelt aufgeschlagen werden, falls die Hütte entweder voll ist (was ich mir kaum vorstellen kann) oder einfach nicht beschlafen werden will (es riecht drin etwas nach Öl und, zumindest bei meinem Eintreffen, trieben sich einige Fliegen in der Hütte rum). Der Ölofen dürfte so seinen eigenen Willen besitzen, schenkt man den Einträgen im Gästebuch Glauben. Ich hab mein Süppchen am eigenen Gaskocher zubereitet. Als Haltestelle macht sie in jeden Fall wunderbare Dienste. Matratzen liegen in der Hütte reichlich, die liegen aber da schon ein paar Jahre. Eintragen in’s Gästebuch nicht vergessen! Das liegt hier anscheinend schon eine geraume Weile rum, die ersten Einträge beginnen im Juli 1989. Wasser kann am Gebirgsbach hinter der Hütte aufgefüllt werden.

Tag 5 – Wanderung zum Geopark Krafla

So wie sich die gestrigen 14km gestaltet haben, so setzen sich auch die heutigen fort, auch wenn es ab Hliðarhagi zumindest streckenweise vorgesehene (jedoch immer noch unmarkierte) Wege oder durch Fahrzeuge platt gefahrene Pfade gibt. Wasservorräte bei Hliðarhagi auffüllen nicht vergessen, das Wasser aus dem Gebirgsbach hinter Der Hütte bietet sich hierzu, wie gesagt, gut an. Wir wandern also auch den zweiten Teil wieder über Wiesen und Wege, die keine sind. Immer gehorsam dem Pfeil des GPS hinterher. Auch hier gilt: Bitte nicht blindlings dem GPS Track folgen. Augen auf! Im Gegensatz zu gestern tut sich heute der eine oder andere aufbereitete Pfad oder Fahrweg auf. Dennnoch obacht! Diese mögen schon mal in unsere Richtung weisen und wir dürfen den Pfaden auch ruhigen Gewissens ein Stück folgen, doch sollte stets das GPS zur Hand sein, um auch sicherzustellen, dass nach der nächsten Biegung des Pfades dessen Ziel auch noch mit unserem übereinstimmt. Ab und an begegnen wir im teils feuchten Sand auch Spuren menschlicher Herkunft.

Irgendwann dann knapp vor Schluss erklimmt man dann eine letzte Anhöhe und vernimmt ein markantes Fauchen. Dieses stammt von einem nicht weitentfernten Kraftwerks, welches sich auf Ultratiefenbohrungen spezialisiert hat. Ab hier heißt es der Einfachkeit halber: immer den Ohren nach. Wer wasserfestes Schuhwerk hat, ist hier damit gut bedient und sollte das Moorwaten trotz feuchtem Schuhes dennnoch mit trockenen Socken überstehen. Anderes Schuhwerk sollte sowieso nicht am Start stehen und spätestens hier durch den Barfuß oder die Badelatsche ersetzt werden.

Befinden wir uns dann schließlicham Rande des Kraftwerks (Betreten strengstens verboten!), erreichen wir die Straße, indem wir uns unter dem Heizrohr (oder was auch immer das Ding leitet) unten durchwursten. Am Ende der Straße halten wir uns rechts und erreichen schließlich einen Parkplatz links und ein paar Meter weiter einen zur Rechten. Letztere bietet sich bestens zum Campen an. Der abgestellte Caravan dient unter Tags dem bediensteten Personal als Büro, daneben finden wir Toiletten mit… Warmwasser! Und jetzt kommt der Clou: Wer noch Schub in den Sohlen hat, marschiert die Straße ca. 1500-2000m weiter abwärts und findet dort eine Duschkabine! Kurzum: Yeah. Doch soweit mal richtig erkant: Hier handelt es sich um keinen offiziellen Campingplatz. Macht nix: Wir befinden uns weder in einem Nationalpark noch auf Privatgrund (sofern wir das durch ein Seil markiertes Gebiet nicht betreten). Das Jedermannsrecht gesteht uns demnach gnädigerweise dieserorts das Recht zu, unser Zelt aufzuschlagen. Bestens eigenet sich hierfür z. B. der Bereich links vom Drehkreuz hinter dem Caravan. Hier ist der Grund eben, man ist etwas vom Wind geschütz und die Erde ist fest genug, um die Heringe sicher zu halten. Die Toiletten sind 24/7 geöffnet, Abends kann man es sich auch auf der sehr geräumigen Behindertentoilette bequem machen. Und, besser geht’s nicht, kriecht man morgens nach 8 aus dem Zelt, wird man vom Personal mit einem freundlichen und ehrlichen “mornin! hope you had a good sleep!” begrüßt. Das gibt’s auf keinem Campingplatz. Und kostet hier nix.

Tag 6 – Wanderung zum Mývatn in Reykjahlíð

Jetzt wird’s steinig. Erst aber mal müssen wir Wegzoll berappen. Der Luxus ist also doch nicht ganz umsonst. 800 Kronen, immer noch der günstigste Campingplatz des Landes, kostet uns der Beitrag zum Naturschutz. Käme man von Reykjahlíð, würde man hier raus kommen und könnte sich den Beitrag sparen. So bekommt man einen wunderschönen aufbereiteten Park geboten, der zum Besichtigen und Geocachen (ja, da liegen ein paar) einlädt. Man lernt überdies vieles über die vulkanische Geologie und bekommt einiges an Fotomotiven geboten. Also nix wie rein in’s Vergnügen. Wer zwar Bock zum Zahlen, nicht jedoch zum Besichtigen hat, kann gleich nach dem Drehkreuz links Richtung Reykjahlíð abbiegen (siehe Wegpunkt ‘Abkürzung’). Man spart sich dadurch ca. eine Stunde bzw. ca. 2,8km Marsch. Wer durchgeht, sollte den Rucksack nicht an der Abkürzung stehen lassen. Zu diesem Punkt kommen wir nicht noch einmal zurück. Es folgen aber ein paar Besichtigungspunkte, die durch ein Sackgassen-Symbol gekenneichnet sind. Hier Ballast abwerfen und mit entspannten Schultern gucken gehen. Irgendwann haben wir den Rundkurs beendet und folgen den Wegweisern in Richtung Reykjahlíð. Es folgt ein langes, aufwendig zu überschreitendes und dennnoch sehr beeindruckendes erkaltetes Lavafeld. Auch hier macht sich sehr gutes Schuhwerk bezahlt, da der Weg weder eben noch glatt ist, im Gegenteil. Wir bekommen es mit selten zuvor gesehenem rauhem und scharfkantigem Untergrund zu tun.

Ungefähr auf halber Strecke befindet sich ein kleiner Hügel, diesen umrunden wir. Irgendwann haben wir das Lavafeld dann hinter uns gebracht und es folgen Kilometer satter, grüner Vegetation, wie wie sie schon von beginn an kennen. Ca. 2km vor dem Ziel lädt übrigens ein weiterer Geocache ein, gehoben zu werden. Und irgendwann dann haben wir’s geschafft. Der Mývatn ist bereits aus ca. 3km Entfernung auszumachen. Erst beschreiten wir Asphalt und durchqueren die kleine Ortschaft Reykjahlíð. Kurz vor dem Campingplatz, auf der anderen Seite der Ringstraße, überqueren wir den Parkplatz eines Supermarkts. Hier holt uns Strætó ab, wenn wir weiterziehen oder zurück wollen (siehe Wegpunkt ‘Bus station’). Aber erst mal Zelt aufstellen. Um Wasser brauchen wir uns nicht zu kümmern. Das Wasser aus der Leitung am Campingpkatz riecht zwar etwas nach altem Vulkan, der hohe Sulfurgehalt tut allerdings der Gesundheit gut. Heiße Dusche gibt’s umsonst, Gesicht wieder gerade richten, Wunden lecken und schon fühlen wir uns wieder wie neu geboren. Vorräte können beim Supermarkt aufgestockt werden. Das Kochzelt sollte zwischen 19 und 20 Uhr gemieden werden. Hier kocht alles, was hungrig ist. Also entweder davor zündeln oder die eigenen Gasreste verheizen.

Tag 7 – Weiter- bzw. Abreise nach Reykjavík

Vom gegenüber liegenden Einkaufszentrum fährt Strætó mit der Linie 56. Man kann zum Beispiel von hier retour nach Akureyri fahren und dort wieder in die Linie 57 einsteigen, um Reykjavík zu erreichen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, findet sich am Parkplatz des Einkaufszentrums gegenüber ein. Es gibt zwei Abfahrten, eine um 11:10 (Ankunft 12:40) und eine um 13:25 (Ankunft 14:55). Preis pro Nase 2100 ISK. Beide erreichen Akureyri rechtzeitig, um einen Anschlussbus nach Reykjavik zu erwischen. Man hat nun also mehr oder weniger Zeit, in Akureyri zu einer Mahlzeit zukommen, um anschließend die Linke 57 nach Reykjavík zu nehmen (Abfahrt 16:20, Fahrtzeit hauch hier wieder ca. 6,5 Stunden).


 

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